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Pixinsight: Continuum-Subtraction
LRGB-Workflow
1. Vorbereitung in PixInsight (Linearer Bereich)
- DynamicCrop: Alle Kanäle (Ha, R, G, B, L) werden deckungsgleich beschnitten, um Stacking-Ränder zu entfernen.
- ChannelCombination: R-, G- und B-Kanäle werden zu einem RGB-Bild zusammengefügt.
- Gradient Correction (GraXpert): Entfernung von Helligkeits- und Farbstichen aus dem Hintergrund.
- BlurXTerminator: Zuerst im Modus „Correct Only“, um optische Fehler und Farbverschiebungen in den Sternen für das spätere SPCC zu korrigieren.
- ImageSolver & SPCC: Astrometrierung des Bildes und anschließende farbechte Kalibrierung der Sterne und Galaxienfarben.
- Finales BlurXTerminator: Schärfung der Details in den Galaxien und Verkleinerung der Sterne.
- NoiseXTerminator: Starke Entrauschung, um später aggressiver strecken zu können.
- Zweite Gradientenkorrektur: Nach starkem Strecken (STF) wird oft noch einmal GraXpert angewendet, um restliche Hintergrundartefakte zu glätten.
- StarXTerminator: Trennung von Sternen und Hintergrund bei allen Bildern (RGB, L, Ha).
- Continuum Subtraction (Ha-Daten): Abzug des Kontinuums (Rot-Kanal) von den H-Alpha-Daten, um reine Emissionsdetails freizustellen.
2. Strecken der Daten (GHS – Generalized Hyperbolic Stretch)
- RGB-Hintergrund: Strecken im „Color Mode“, um Farben zu intensivieren und gleichzeitig das Ausbrennen der Galaxienkerne zu verhindern.
- Sterne: Separates Strecken der Sterne. Ein besonderer Tipp ist das starke Erhöhen der Sättigung direkt in PixInsight, um farbenfrohe Sterne zu erhalten.
- Luminanz: Aggressives Strecken des galaktischen Zirrus (IFN), während die Galaxienkerne eher dunkel gehalten werden, um sie später in Photoshop kontrolliert einzufügen.
3. Finaler Mix und Finish in Photoshop
- Sternen-Kombination: Kombination der RGB- und Luminanzsterne mittels einer speziellen Photoshop-Aktion (Modus „Negativ Multiplizieren“).
- Farbkorrektur (Hasta La Vista Green/Magenta): Entfernung von Grün- und Magentastichen aus den Sternen und Galaxien mittels Invertierungstricks.
- Luminanz-Einbindung: Die Luminanz wird über das Farbbild gelegt (Modus „Luminanz“). Maske aus dem RGB-Bild, um die Luminanz nur in den lichtschwachen Bereichen wirken zu lassen und die Kerne zu schützen.
- Kontrast & Schärfe: * Astronomy Tools: „Local Contrast Enhancement“ für mehr Tiefe in den Galaxienzentren.
- Hochpass-Schärfen: Selektives Schärfen der Staubbänder.
- H-Alpha-Einbindung: Einfügen der roten H-Alpha-Details in die Galaxien (Modus „Negativ Multiplizieren“).
- Nik Collection: Einsatz von Color Efex Pro (z. B. Pro Contrast), um dem Bild den letzten „Pop“ zu verleihen.
- Hintergrund-Anpassung: Finales Setzen des Schwarzpunkts (RGB-Werte ca. 10/10/10), um eine saubere Dynamik ohne Farbstich im Hintergrund zu garantieren.
RGB-Workflow (Farb-Kameras)
Ein sauberer PixInsight-Workflow für RGB-Daten (z. B. mit der ZWO ASI2600MC Pro) ist im Kern immer gleich aufgebaut:
Kalibrieren → Integrieren → Linear bearbeiten → Stretch → Nichtlinear optimieren.
Die Kunst liegt in der Reihenfolge und darin, wann man was nicht macht.
Ich zeige dir einen praxisbewährten, schlanken Workflow, wie er auch von vielen fortgeschrittenen Anwendern genutzt wird.
🔧 1. Kalibrierung (WBPP oder manuell)
Am einfachsten über WeightedBatchPreProcessing (WBPP):
- Lights, Darks, Flats, Bias laden
- Wichtige Optionen:
- ✔ Cosmetic Correction (optional, wenn nötig)
- ✔ CFA aktiv (OSC!)
- ✔ Debayer: RGGB (ASI2600MC)
- ✔ Drizzle nur bei gutem Sampling
👉 Ergebnis:
- kalibrierte & registrierte Lights
- Master Light (integriert)
🧱 2. Grundkorrekturen (Linear Phase!)
Jetzt arbeitest du noch linear (ganz wichtig!).
(a) DynamicCrop
- Ränder entfernen
(b) GraXpert
- alternativ: GradientCorrection
- alternativ: DBE (DynamicBackgroundExtraction) oder ABE
- Ziel: Gradienten im Bild entfernen
👉 Auch die GradientCorrection von Pixinsight funktioniert mittlerweile „blind“ sehr gut.
(c) Farbkalibrierung
Empfohlen:
- SPCC (SpectrophotometricColorCalibration) ⭐
→ moderner Standard in PixInsight
Einstellungen:
- richtige Koordinaten
- Filter: „RGB“
- Katalog laden lassen
👉 Ergebnis: natürliche Farben ohne Rumprobieren
Tipp: Sollten die Koordination durch den DynamicCrop im Bild ungültig geworden sein, empfehle ich den Einsatz des Skripts Blind Solvers 2000 von SetiAstro:

(d) BlurXTerminator (optional, aber stark)
- PSF-Korrektur + Deconvolution
- moderat einsetzen!
👉 Alternative: klassische Deconvolution (aufwendiger)
(e) Rauschreduktion (linear!)
- NoiseXTerminator oder
- MultiscaleLinearTransform
👉 Wichtig: vor dem Stretch
🌗 3. Stretch (der kritische Punkt)
Variante A (modern, empfohlen):
- GeneralizedHyperbolicStretch (GHS)
Variante B:
- HistogramTransformation
Variante C:
MultiscaleAdaptiveStretch
👉 Ziel:
- Signal sichtbar machen
- Sterne nicht ausbrennen
🎨 4. Nichtlineare Bearbeitung
Jetzt kommt der „Look“.
(a) Farboptimierung
- CurvesTransformation:
- Sättigung erhöhen
- Farbkanäle feinjustieren
👉 Vorsicht vor „Bonbonfarben“
(b) Sternreduktion (optional)
- StarXTerminator:
- Sterne entfernen
- getrennt bearbeiten
Workflow:
- Stars entfernen
- Nebel bearbeiten
- Sterne zurückmischen
(c) Kontrast & Details
- LocalHistogramEqualization
- HDRMultiscaleTransform
👉 nur selektiv (Masken!)
(d) Feinschliff
- SCNR (falls Grünstich)
- leichte Schärfung
- evtl. DarkStructureEnhance
🧪 Typischer „Pro“-Workflow (kompakt)
- WBPP
- Crop
- GraXpert
- SPCC
- BlurXTerminator
- NoiseXTerminator
- Stretch (GHS oder moderner MAS)
- StarXTerminator
- Curves / Kontrast
- Sterne reinblenden
- Feinschliff
