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Duell der Kugelsternhaufen – M3, M13, M53 und M92 im fotografischen Vergleich

Vier Kugelsternhaufen, ein Teleskop und jede Menge faszinierende Sterne: In den vergangenen Wochen und Monaten habe ich mich fotografisch mit M3, M13, M53 und M92 beschäftigt. Alle vier Objekte gehören zu den bekanntesten Kugelsternhaufen am nördlichen Sternenhimmel und zeigen auf ihre eigene Weise, wie beeindruckend diese Ansammlungen aus Hunderttausenden von Sternen sein können.

Für die Aufnahmen kam jeweils mein Askar 120APO zum Einsatz. Bei drei Objekten habe ich mit der Monokamera ZWO ASI2600MM Pro und einzelnen RGB-Farbkanälen gearbeitet. Für M3 verwendete ich dagegen meine Farbkamera ZWO ASI2600MC Air.

Das Ergebnis ist für mich eine schöne kleine Serie, bei der sich nicht nur die vier Kugelsternhaufen miteinander vergleichen lassen. Sie zeigt auch, wie viel Freude es macht, verschiedene Deep-Sky-Objekte mit einem vertrauten Setup aufzunehmen und anschließend ihre individuellen Eigenschaften herauszuarbeiten.

Warum eigentlich Kugelsternhaufen?

Kugelsternhaufen gehören für mich zu den faszinierendsten Objekten der Deep-Sky-Astrofotografie. Auf den ersten Blick wirken sie wie kompakte, fast gleichmäßig leuchtende Sternkugeln. Bei genauer Betrachtung offenbart sich jedoch eine enorme Vielfalt: unterschiedlich helle Sterne, eine Mischung aus bläulich-weißen und gelblich-orangefarbenen Sternen und ein Zentrum, in dem sich die Sterne auf engstem Raum drängen.

Anders als offene Sternhaufen, deren Sterne vergleichsweise locker verteilt sind, handelt es sich bei Kugelsternhaufen um sehr alte, gravitativ gebundene Sternsysteme. Viele von ihnen enthalten Hunderttausende Sterne, die sich über Milliarden Jahre gemeinsam durch die Galaxie bewegen.

Gerade fotografisch sind sie eine spannende Herausforderung. Das Zentrum soll möglichst weit in einzelne Sterne aufgelöst werden, während die schwächeren Sterne am Rand nicht verloren gehen dürfen. Gleichzeitig möchte ich die natürlichen Sternfarben erhalten, ohne das Bild durch eine übertriebene Bearbeitung künstlich wirken zu lassen.

Das verwendete Setup

Für alle vier Aufnahmen habe ich meinen Askar 120APO mit 840 mm Brennweite verwendet. Das Teleskop hat sich bereits bei zahlreichen anderen Deep-Sky-Motiven bewährt. Auch für Kugelsternhaufen ist die Kombination aus der Optik und der Auflösung der ASI2600-Kameraserie sehr interessant.

Mein Setup im Überblick:

  • Teleskop: Askar 120APO
  • Brennweite: 840 mm
  • Monokamera: ZWO ASI2600MM Pro für M13, M53 und M92
  • Farbkamera: ZWO ASI2600MC Air für M3
  • Aufnahmemethode: RGB mit Monokamera beziehungsweise Farbkamera
  • Bildbearbeitung: PixInsight

Der wesentliche Unterschied zwischen den Aufnahmen liegt in der Belichtungszeit und der verwendeten Kamera. Bei den drei Monokamera-Aufnahmen habe ich die roten, grünen und blauen Farbkanäle separat aufgenommen. Für M3 konnte ich mit der Farbkamera die Farbinformationen direkt in den einzelnen Aufnahmen sammeln.

M13 – Für mich der Favorit

M13 im Sternbild Herkules ist für mich der Maßstab in dieser kleinen Serie. Der Große Kugelsternhaufen im Herkules gehört zu den bekanntesten und schönsten Objekten seiner Art am Nordhimmel. Seine Größe, die hohe Sterndichte und die vielen unterschiedlich gefärbten Sterne machen ihn zu einem ausgesprochen attraktiven fotografischen Ziel.

Für die Aufnahme habe ich den Askar 120APO mit der ZWO ASI2600MM Pro und RGB-Filtern kombiniert.

Die Belichtungsserie bestand aus 65 Aufnahmen pro RGB-Kanal mit jeweils 120 Sekunden Belichtungszeit. Daraus ergibt sich eine Gesamtbelichtungszeit von 6 Stunden und 30 Minuten.

Das viele gesammelte Signal ermöglicht eine sehr schöne Darstellung der unterschiedlichen Sternhelligkeiten und Farben. Besonders wichtig ist mir dabei, dass das Zentrum nicht einfach zu einer hellen Fläche verschmilzt. Gerade dort zeigt sich, wie gut die Kombination aus Optik, Kamera und Nachführung funktioniert.

M13 wirkt in der fertigen Aufnahme für mich besonders lebendig. Die vielen bläulich-weißen Sterne bilden einen schönen Kontrast zu den wärmeren gelblichen und orangefarbenen Sternen. Dazu kommt die beeindruckende Dichte, die dem Bild eine enorme Tiefe verleiht.

Wenn ich aus den vier Aufnahmen einen persönlichen Favoriten wählen müsste, wäre es deshalb M13. Er verbindet eine beeindruckende Auflösung mit einer sehr schönen Farbwirkung.

M13 mit dem Askar APO120 und einer ZWO ASI2600MM Pro Kamera

Ich habe M13 auch einen eigenen Aufnahmebericht gewidmet, weil der Kugelsternhaufen mir so sehr gefällt.

M3 – Ein Kugelsternhaufen mit Farbkamera

Auch M3 gehört zu den eindrucksvollen Kugelsternhaufen am nördlichen Sternenhimmel. Er befindet sich im Sternbild Jagdhunde und ist ein hervorragendes Ziel für die Deep-Sky-Fotografie.

Für dieses Objekt habe ich eine etwas andere Kombination verwendet: den Askar 120APO zusammen mit der ZWO ASI2600MC Air. Im Gegensatz zu den drei anderen Aufnahmen kamen hier keine separat aufgenommenen RGB-Kanäle zum Einsatz, sondern eine Farbkamera.

Insgesamt habe ich 195 Einzelaufnahmen mit jeweils 60 Sekunden Belichtungszeit gesammelt. Damit ergibt sich eine Gesamtbelichtungszeit von 3 Stunden und 15 Minuten.

Die Aufnahme zeigt sehr schön, dass auch mit einer Farbkamera eine detaillierte Darstellung eines Kugelsternhaufens möglich ist. Die einzelnen Sterne und ihre Farbunterschiede verleihen dem Objekt seinen besonderen Charakter.

Der Vergleich mit M13 ist dabei interessant, allerdings nicht ganz gleichwertig: Neben den unterschiedlichen Belichtungszeiten spielt auch die verwendete Kamera eine Rolle. Die drei Monokamera-Aufnahmen wurden aus getrennten Farbkanälen aufgebaut, während bei M3 die Farbinformation bereits in den einzelnen Aufnahmen enthalten ist.

Für mich ist M3 eine schöne Ergänzung der Serie und ein Beispiel dafür, wie vielseitig sich derselbe optische Aufbau einsetzen lässt.

Kugelsternhaufen M3 mit dem Askar 120APO und einer ZWO ASI2600MC AIR
Kugelsternhaufen M3 mit dem Askar 120APO und einer ZWO ASI2600MC AIR

M53 – Weniger spektakulär, aber fotografisch interessant

M53 ist im Sternbild Haar der Berenike zu finden und gehört ebenfalls zu den klassischen Kugelsternhaufen, die sich für eine fotografische Serie anbieten.

Im direkten Vergleich mit M13 wirkt M53 für mich weniger spektakulär. Das liegt nicht daran, dass er kein interessantes Objekt wäre. Vielmehr besitzt M13 für meinen Geschmack die etwas beeindruckendere Kombination aus Größe, Sternverteilung und Farbwirkung.

Für M53 habe ich wieder meinen Askar 120APO und die ZWO ASI2600MM Pro verwendet. Die Aufnahmen entstanden mit jeweils 30 Einzelbildern pro RGB-Kanal und einer Belichtungszeit von 60 Sekunden pro Bild.

Das ergibt eine Gesamtbelichtungszeit von 1 Stunde und 30 Minuten.

Damit ist die Belichtungsserie deutlich kürzer als bei M13. Trotzdem lässt sich M53 als eigenständiges Objekt sehr schön darstellen. Auch hier liegt der Reiz darin, die vielen Einzelsterne sichtbar zu machen und die unterschiedlichen Sternfarben möglichst natürlich wiederzugeben.

Gerade solche Vergleiche finde ich spannend: Nicht jeder Kugelsternhaufen muss am Ende gleich spektakulär wirken. Jeder besitzt seine eigene Struktur und seinen eigenen Charakter.

Kugelsternhaufen M53 aufgenommen mit einem Askar 120APO und einer ZWO ASI2600MM Pro
Kugelsternhaufen M53 aufgenommen mit einem Askar 120APO und einer ZWO ASI2600MM Pro

M92 – Der zweite große Favorit

M92 ist ebenfalls ein Kugelsternhaufen im Sternbild Herkules und steht für mich in dieser Serie direkt hinter M13. Er ist ein ausgesprochen schönes Motiv, das sich hervorragend für eine hochauflösende Aufnahme eignet.

Auch für M92 habe ich den Askar 120APO und die ZWO ASI2600MM Pro eingesetzt. Die RGB-Kanäle bestehen jeweils aus 40 Einzelaufnahmen mit einer Belichtungszeit von 60 Sekunden.

Die Gesamtbelichtungszeit beträgt damit 2 Stunden.

Was mir an M92 besonders gefällt, ist die kompakte und dichte Erscheinung. Die Sterne konzentrieren sich auf einen hellen zentralen Bereich, während sich der Haufen nach außen hin allmählich auflöst. Bei einer gelungenen Aufnahme bleibt diese Struktur erhalten, ohne dass das Zentrum überstrahlt oder die äußeren Sterne im Hintergrund verschwinden.

M92 ist für mich ein gutes Beispiel dafür, dass man nicht immer besonders lange belichten muss, um ein überzeugendes Ergebnis zu erzielen. Entscheidend sind natürlich auch die Bedingungen während der Aufnahme und die sorgfältige Bearbeitung der Rohdaten.

Trotzdem bleibt M13 mein persönlicher Favorit. Seine Größe und die Mischung aus zahlreichen Sternen unterschiedlicher Helligkeit und Farbe empfinde ich insgesamt als noch etwas reizvoller.

M92 mit einem Askar 120APO und einer ZWO ASI2600MM Pro Kamera aufgenommen

Die vier Aufnahmen im direkten Vergleich

ObjektKameraAufnahmenBelichtungszeit pro BildGesamtbelichtungszeit
M13ASI2600MM Pro65 je RGB-Kanal120 s6 h 30 min
M53ASI2600MM Pro30 je RGB-Kanal60 s1 h 30 min
M92ASI2600MM Pro40 je RGB-Kanal60 s2 h
M3ASI2600MC Air195 insgesamt60 s3 h 15 min

Insgesamt sind damit 13 Stunden und 15 Minuten Belichtungszeit in diese vier Aufnahmen eingeflossen.

Die Tabelle zeigt allerdings auch, warum man die Ergebnisse nicht allein anhand der Belichtungszeit bewerten sollte. M13 erhielt deutlich mehr Integrationszeit als M53 und M92. Bei M3 kam zusätzlich eine andere Aufnahmetechnik zum Einsatz. Ein direkter Qualitätsvergleich wäre deshalb nur eingeschränkt aussagekräftig.

Für mich steht ohnehin weniger ein technischer Wettbewerb im Vordergrund als die Frage, welches Objekt mich in der fertigen Aufnahme am meisten begeistert.

Fazit: M13 gewinnt mein persönliches Duell

Vier Kugelsternhaufen, vier unterschiedliche Ergebnisse und trotzdem ein gemeinsamer fotografischer Ansatz: Mit dem Askar 120APO konnte ich M3, M13, M53 und M92 mit einer einheitlichen Brennweite aufnehmen und anschließend ihre individuellen Eigenschaften herausarbeiten.

M13 ist für mich der klare Sieger dieser kleinen Serie. Die Größe, die enorme Anzahl sichtbarer Einzelsterne und die schönen Farbunterschiede machen ihn zu einem meiner liebsten Kugelsternhaufen am Nordhimmel.

M92 folgt dicht dahinter und ist ebenfalls ein hervorragendes Motiv. M3 ergänzt die Serie durch die Aufnahme mit der Farbkamera, während M53 zeigt, dass auch ein weniger spektakulär wirkendes Objekt seinen ganz eigenen Reiz besitzt.

Besonders schön finde ich, dass sich mit einem vertrauten Teleskop immer wieder neue fotografische Ziele erschließen lassen. Man muss nicht für jedes Objekt das Setup wechseln. Manchmal reicht es, sich eine kleine Serie vorzunehmen, mehrere Nächte zu investieren und die Ergebnisse anschließend miteinander zu vergleichen. Der Askar 120APO mit seinen fast 850mm Brennweite eignet sich besonders dafür, denn damit werden die Kugelsternhaufen ausreichend groß abgebildet.

Und genau deshalb möchte ich die Serie der Kugelsternhaufen bei Gelegenheit weiterführen.

Welcher dieser vier Kugelsternhaufen gefällt euch am besten? Ist es für euch ebenfalls M13, oder bevorzugt ihr M92, M3 oder M53? Ich freue mich auf eure Meinung und eure eigenen Aufnahmen!

Clear Skies!

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