IC 1396 – Testaufnahme mit dem Askar SQA60 Pro und ZWO ASI2600MM Pro
Eine erste Testaufnahme mit dem neuen SQA60 Pro
Für eine erste praktische Bewährungsprobe des neuen Askar SQA60 Pro habe ich mir mit IC 1396 ein besonders dankbares Objekt ausgesucht. Der große Emissionsnebel im Sternbild Kepheus ist nicht nur vergleichsweise hell, sondern zeigt gerade im Schmalband eine enorme Fülle an Strukturen und feinen Details. Damit eignet sich IC 1396 hervorragend, um die Abbildungsleistung eines neuen Teleskops unter realen Bedingungen zu beurteilen.
Aufgenommen wurde das Objekt Mitte August 2026 während einer stabilen Schönwetterperiode. Obwohl die Tage hochsommerlich heiß und teilweise von extremen Temperaturen geprägt waren, präsentierten sich die Nächte ungewöhnlich klar. Die trockene Luft sorgte zudem für ein gutes Seeing. Die Nächte waren zu dieser Jahreszeit allerdings bereits deutlich kürzer, sodass die verfügbare Aufnahmezeit entsprechend begrenzt war.
Für die Aufnahme kam neben dem SQA60 Pro eine ZWO ASI2600MM Pro zum Einsatz. Als Filter verwendete ich Antlia 3-nm-Schmalbandfilter für Hα und OIII.
Aufnahmedaten
- Teleskop: Askar SQA60 Pro
- Kamera: ZWO ASI2600MM Pro
- Montierung: ZWO AM5N
- Filter: Antlia 3 nm Hα und OIII
- Aufnahmemodus: HOO
- Hα: 25 × 300 s
- OIII: 25 × 300 s
- RGB-Sterne: jeweils 15 × 30 s
- Gesamtbelichtungszeit Hα + OIII: 4 Stunden 10 Minuten
- RGB-Sterne: 7,5 Minuten je Kanal
Die ZWO AM5N erwies sich dabei als ausgesprochen zuverlässiger Partner. Mit einem Nachführfehler von etwa 0,5″ RMS lief die Montierung während der Aufnahmen sehr sauber und ermöglichte entsprechend punktförmige Sterne.
Überwältigende Abbildungsleistung des SQA60 Pro
Der eigentliche Überraschungsmoment dieser Aufnahme war für mich allerdings nicht die Montierung oder die Kamera, sondern das Askar SQA60 Pro selbst.
Von einem kompakten Teleskop der SQA-Serie von Askar hatte ich eine gute Abbildungsleistung erwartet. Dass das SQA60 Pro allerdings derart perfekt und scharf abbildet, hat mich dann doch überrascht. Die Sterne waren bereits in der Gesamtaufnahme sehr sauber und fein dargestellt, gleichzeitig zeigt der Nebel eine beeindruckende Fülle an Strukturen.
Besonders deutlich wurde die Leistungsfähigkeit des Teleskops bei einer Detailvergrößerung des Elefantenrüssels innerhalb von IC 1396. Aus der ursprünglichen Gesamtaufnahme konnte ich problemlos einen Ausschnitt herauscroppen, der immer noch eine erstaunliche Menge an feinen Strukturen des Nebels zeigt.
Gerade bei solchen Detailausschnitten zeigt sich, ob ein Teleskop tatsächlich in der Lage ist, die Auflösung des Sensors auszunutzen – oder ob die Details bereits durch die Optik verloren gehen. Beim SQA60 Pro hatte ich genau diesen Eindruck nicht. Im Gegenteil: Die Aufnahme macht Lust darauf, mit längeren Gesamtbelichtungen und unter möglichst guten Bedingungen noch deutlich tiefer in die Strukturen des Nebels einzusteigen.
Bildbearbeitung in PixInsight
Die komplette grundlegende Bildbearbeitung erfolgte in PixInsight. Dabei habe ich bewusst einen klassischen HOO-Workflow verwendet und die Verarbeitung nicht unnötig kompliziert gestaltet.
Nach der Kalibrierung und Integration der Aufnahmen stand zunächst die Entfernung des Gradienten auf dem Programm. Anschließend kamen BlurXTerminator (BXT) und NoiseXTerminator (NXT) zum Einsatz, um die Strukturen herauszuarbeiten und das Bildrauschen zu kontrollieren.
Danach habe ich mit StarXTerminator (SXT) die Sterne aus dem HOO-Bild entfernt. Das ermöglicht eine wesentlich gezieltere Bearbeitung der Nebelstrukturen, ohne dass die Sterne durch Kontrast- oder Farbanpassungen unnötig beeinflusst werden.
Das sternlose HOO-Bild wurde anschließend gestreckt und hinsichtlich Kontrast und Farbdarstellung weiter optimiert.
Realistische Sterne durch zusätzliche RGB-Aufnahmen
Bei einer reinen HOO-Aufnahme entstehen zwangsläufig Sterne, deren Farben durch die Hα- und OIII-Filter nicht der natürlichen Sternfarbe entsprechen. Gerade bei einem ästhetisch ansprechenden Astrofoto wollte ich deshalb auf möglichst realistische Sterne nicht verzichten.
Daher habe ich zusätzlich kurze RGB-Aufnahmen mit jeweils 30 Sekunden Belichtungszeit erstellt. Insgesamt entstanden 15 Aufnahmen pro RGB-Kanal.
Nach der Bearbeitung des HOO-Bildes wurden die RGB-Sterne in Photoshop mit dem sternlosen HOO-Bild kombiniert. Dadurch bleibt die charakteristische Farbgebung des HOO-Nebels erhalten, während die Sterne ihre wesentlich natürlichere RGB-Farbgebung zurückbekommen.
Das Ergebnis verbindet damit zwei Vorteile: eine kontrastreiche und detailreiche Schmalbanddarstellung des Nebels und gleichzeitig natürlich wirkende Sterne.
Ergebnis

Die Ausschnittsvergrößerung zeigt die vielen Details im Elefantenrüssel von IC1396. Grandios, was das kleine Teleskop leistet.

Fazit
IC 1396 hat sich einmal mehr als hervorragendes Testobjekt erwiesen. Der Nebel ist hell genug, um auch bei vergleichsweise moderaten Belichtungszeiten bereits eine beeindruckende Detailfülle zu zeigen, und gleichzeitig bietet er im Schmalband eine enorme Anzahl an feinen Strukturen.
Noch interessanter war für mich jedoch die Leistung des Askar SQA60 Pro. Die erste Testaufnahme hat meine Erwartungen deutlich übertroffen. Die Optik bildet ausgesprochen scharf und sauber ab und ist offensichtlich in der Lage, die Auflösung der ASI2600MM Pro sehr gut auszunutzen.
Dass sich aus der Gesamtaufnahme problemlos ein Detailausschnitt des Elefantenrüssels erstellen lässt, der noch immer zahlreiche feine Strukturen zeigt, ist für mich ein besonders überzeugender Beleg für die Abbildungsqualität.
Diese Aufnahme war deshalb tatsächlich nur ein erster Test – aber einer, der mich neugierig darauf gemacht hat, was mit dem SQA60 Pro unter noch besseren Bedingungen und mit deutlich längeren Gesamtbelichtungszeiten möglich ist.
