Celestron EdgeHD 1100 im Test – enorme Öffnung, hohe Ansprüche und beeindruckende Details an M27
Einleitung: 279 mm Öffnung für die Astrofotografie
Wer sich intensiver mit der Astrofotografie beschäftigt und kleinere Galaxien, planetarische Nebel oder kompakte Deep-Sky-Objekte fotografieren möchte, kommt früher oder später auf die Idee, ein Teleskop mit großer Öffnung und langer Brennweite einzusetzen. Das Celestron EdgeHD 1100 verspricht mit seiner Öffnung von 279 mm und der EdgeHD-Optik eine leistungsfähige Plattform für anspruchsvolle Deep-Sky-Aufnahmen.
Für meinen Praxistest habe ich das Celestron EdgeHD 1100 mit dem originalen Celestron-Reducer 0,7x kombiniert und mit meiner monochromen ZWO ASI2600MM Pro getestet. Als Montierung kam meine 10Micron GM1000 HPS EP zum Einsatz.
Im Mittelpunkt standen dabei nicht nur die optischen Möglichkeiten des Teleskops, sondern auch die praktischen Herausforderungen im fotografischen Alltag. Denn eine große Öffnung und eine lange Brennweite sind zwar reizvoll, stellen aber gleichzeitig hohe Anforderungen an Fokussierung, Kollimation, Temperaturmanagement und Nachführung.
Als Testobjekt habe ich den planetarischen Nebel M27, den Hantelnebel, ausgewählt. Zwei Aufnahmeserien mit unterschiedlichen Belichtungszeiten zeigen, welches Potenzial in dieser Kombination steckt.
1. Technische Grundlagen und eingesetzte Ausrüstung
Das Celestron EdgeHD 1100 ist ein Schmidt-Cassegrain-Teleskop mit speziell korrigierter Optik. Das EdgeHD-System ist darauf ausgelegt, ein möglichst ebenes Bildfeld mit guter Sternabbildung auch außerhalb der Bildmitte zu liefern.
Durch den originalen Celestron-Reducer mit dem Reduktionsfaktor 0,7x wird die effektive Brennweite verkürzt und das Öffnungsverhältnis verbessert. Die nominellen optischen Daten sehen folgendermaßen aus:
| Eigenschaft | Celestron EdgeHD 1100 |
|---|---|
| Öffnung | 279 mm |
| Brennweite ohne Reducer | ca. 2.800 mm |
| Öffnungsverhältnis ohne Reducer | f/10 |
| Brennweite mit 0,7x Reducer | ca. 1.960 mm |
| Öffnungsverhältnis mit Reducer | f/7 |
| Kamerasensor | ZWO ASI2600MM Pro |
| Montierung | 10Micron GM1000 HPS EP |
Mit dem 0,7x Reducer entsteht eine für die Deep-Sky-Fotografie interessante Kombination aus großer Öffnung und weiterhin hoher Brennweite. Die ASI2600MM Pro mit ihrem APS-C-Sensor und den 3,76 µm großen Pixeln bietet dabei eine hohe Auflösung.
Bei rund 1.960 mm Brennweite ergibt sich eine Bildauflösung von ungefähr 0,40 Bogensekunden pro Pixel. Das ist eine sehr feine Abtastung, die allerdings auch deutlich macht, wie anspruchsvoll die Kombination hinsichtlich Fokus, Seeing und Nachführung ist.
Das Test-Setup

2. Mechanik und Fokussierung – eine besondere Herausforderung
Ein Punkt, der mir beim Test besonders aufgefallen ist, betrifft die Fokussierung des Celestron EdgeHD 1100.
Die serienmäßige Fokussiermechanik ist vergleichsweise einfach aufgebaut. Über einen mechanischen Antrieb wird der Hauptspiegel entlang der optischen Achse bewegt. Dadurch verändert sich die effektive optische Weglänge und das Bild wird scharfgestellt.
Dieses Konstruktionsprinzip ist bei Schmidt-Cassegrain-Teleskopen weit verbreitet. Es ermöglicht eine kompakte Bauweise, bringt in der Astrofotografie jedoch einige Besonderheiten mit sich.
Hauptspiegelbewegung und Fokusstabilität
Bei meinen Tests hatte ich den Eindruck, dass das System sehr empfindlich auf Veränderungen der Fokussierung und der optischen Ausrichtung reagiert. Insbesondere nach dem Umschwenken auf ein anderes Objekt musste ich den Fokus erneut kontrollieren und nachstellen (trotz Arretierung des Hauptspiegels).
Dabei ist eine Differenzierung wichtig: Eine notwendige Nachfokussierung bedeutet nicht automatisch, dass sich die Kollimation verändert hat. Temperaturänderungen, mechanische Spiegelbewegungen, die Ausrichtung der Optik und das Seeing können ebenfalls dazu beitragen, dass die Sterne nicht mehr optimal scharf erscheinen.
Gerade bei einer Brennweite von knapp zwei Metern fallen bereits kleine Abweichungen deutlich auf. Was bei einem kurzbrennweitigen Refraktor möglicherweise kaum auffällt, kann beim EdgeHD 1100 die Sternabbildung sichtbar beeinträchtigen.
Hauptspiegel arretieren und extern fein fokussieren
Der Hauptspiegel lässt sich beim EdgeHD 1100 über die vorgesehene Spiegelarretierung fixieren. Das kann helfen, unerwünschte Spiegelbewegungen zu reduzieren. Die Arretierung ersetzt allerdings weder eine korrekte Kollimation noch eine präzise Fokussierung.
Einige Astrofotografen entscheiden sich deshalb für eine zusätzliche Fokussiereinheit (z.B. Baader Steeltrack) auf der Kameraseite. Damit lässt sich der Fokus fein einstellen, ohne bei jeder Korrektur den Hauptspiegel bewegen zu müssen.
In Verbindung mit einem elektronischen Fokussierer kann das die Bedienung in automatisierten Aufnahmeserien erleichtern. Dabei müssen allerdings das zusätzliche Gewicht, die mechanische Stabilität und insbesondere der korrekte Arbeitsabstand des Reducers berücksichtigt werden.
Mein Eindruck: Die serienmäßige Fokussierung funktioniert grundsätzlich, ist für einen konsequent automatisierten Astrofotografie-Workflow aber nicht unbedingt die komfortabelste Lösung. Wer das EdgeHD 1100 regelmäßig fotografisch einsetzen möchte, sollte sich mit dem Thema Spiegelarretierung und externer Feinfokussierung beschäftigen.
3. Kollimation – kleine Abweichungen mit großer Wirkung
Die Kollimation gehört bei einem Teleskop dieser Bauart zu den entscheidenden Voraussetzungen für eine gute Abbildung. Die optischen Komponenten müssen präzise aufeinander ausgerichtet sein, damit Sterne über das gesamte Bildfeld möglichst sauber dargestellt werden.
Bei einer Brennweite von rund 1.960 mm mit Reducer wird sehr deutlich, wie wichtig eine sorgfältige Justage ist. Schon geringe Abweichungen können sich in unsymmetrischen Sternformen bemerkbar machen.
Deshalb sollte die Kollimation nicht nur anhand eines einzelnen Sterns in der Bildmitte beurteilt werden. Auch die Sternformen in den Bildecken liefern wichtige Hinweise darauf, ob die Abbildung über das gesamte Feld gleichmäßig ist.
Bei meinen ersten Tests zeigte sich, dass das EdgeHD 1100 eine sorgfältige Kontrolle der optischen Ausrichtung verlangt. Allerdings muss man zwischen einem tatsächlichen Kollimationsfehler und anderen Ursachen für asymmetrische Sterne unterscheiden. Dazu gehören beispielsweise ein nicht optimal eingestellter Reducer-Abstand, Verkippungen im optischen Strang, Fokusfehler oder thermische Einflüsse.
Wer das maximale Potenzial aus dem Teleskop herausholen möchte, sollte deshalb systematisch vorgehen und immer nur eine mögliche Fehlerquelle nach der anderen untersuchen.
4. Tauproblematik – die Frontscheibe als Schwachstelle
Ein weiterer wichtiger Punkt im praktischen Einsatz ist die Taubildung.
Das EdgeHD 1100 besitzt eine große Frontkorrekturplatte, die in klaren Nächten durch Wärmeabstrahlung an den Himmel relativ schnell unter den Taupunkt abkühlen kann. Gerade bei hoher Luftfeuchtigkeit kann die Frontscheibe deshalb innerhalb kurzer Zeit beschlagen.
Bei meinen Tests wurde deutlich, dass ein zuverlässiges Taukonzept keine optionale Ergänzung, sondern eine Voraussetzung für längere Aufnahmeserien ist.
Taukappe und Tauband
Eine ausreichend lange Taukappe reduziert die direkte Abstrahlung der Frontscheibe an den kalten Nachthimmel und verzögert die Taubildung. Sie sollte möglichst von Anfang an eingesetzt werden.
Zusätzlich ist ein geregeltes Tauband sinnvoll. Dabei gilt allerdings: Mehr Heizleistung ist nicht automatisch besser.
Wird die Frontkorrekturplatte lokal oder insgesamt zu stark erwärmt, können Temperaturgradienten und Luftströmungen vor der Optik die Bildqualität beeinträchtigen. Dadurch können Sterne vorübergehend unscharf oder verzogen erscheinen.
Eine thermische Verformung der Frontplatte sollte man nicht ohne entsprechende Messungen als Ursache voraussetzen. In der Praxis sind zunächst auch lokale Temperaturunterschiede, Luftunruhe und mechanische Effekte zu berücksichtigen.
Meine Empfehlung: Eine ausreichend dimensionierte Taukappe mit möglichst niedriger, bedarfsgerecht geregelter Heizleistung ist die sinnvollste Ausgangsbasis. Das Ziel ist, die Frontscheibe knapp über dem Taupunkt zu halten, ohne das Teleskop unnötig aufzuheizen.
5. Gewicht und Montage – überraschend unkompliziert
Positiv aufgefallen ist mir das vergleichsweise gut handhabbare Gewicht des EdgeHD 1100 angesichts seiner großen Öffnung.
Das Teleskop lässt sich mit entsprechender Vorbereitung relativ problemlos auf einer geeigneten Montierung befestigen. Gerade im Vergleich zu großen, langen Refraktoren ist die kompakte Bauform ein Vorteil.
Trotzdem sollte man bei der Auswahl der Montierung nicht allein auf die nominelle Traglast achten. Für die Astrofotografie zählen ebenso die Steifigkeit des Gesamtsystems, die Stabilität der Klemmverbindungen, die Ausbalancierung und die Qualität der Nachführung.
Das gilt insbesondere dann, wenn zusätzlich Reducer, Filterrad, Kamera und gegebenenfalls eine externe Fokussiereinheit montiert werden.
Für ein fotografisch genutztes EdgeHD 1100 würde ich eine solide Montierung aus der Klasse einer Sky-Watcher EQ6 als untere Orientierung für die Tragfähigkeit ansehen. Ob eine konkrete Montierung tatsächlich ausreichend ist, hängt allerdings vom Gesamtgewicht, der Hebelwirkung, dem Wind und den eigenen Anforderungen an die Bildqualität ab.
Mit meiner 10Micron GM1000 HPS EP hatte ich eine hochwertige Montierung zur Verfügung, die für diesen Test eine sehr gute Ausgangsbasis bot.
6. Astrofotografie mit 1.960 mm Brennweite
Die lange Brennweite ist zugleich die größte Stärke und eine der größten Herausforderungen des EdgeHD 1100.
Kleine planetarische Nebel, kompakte Galaxien und Kugelsternhaufen lassen sich damit in einer Detailtiefe abbilden, die mit vielen kürzerbrennweitigen Teleskopen nicht erreichbar ist.
Gleichzeitig wird die Aufnahme empfindlicher gegenüber Fehlern in der Nachführung. Bereits geringe Abweichungen können sich bei der feinen Bildauflösung in länglichen Sternen zeigen.
Die Kombination aus EdgeHD 1100, 0,7x Reducer und ASI2600MM Pro ist deshalb besonders interessant für Fotografen, die eine präzise Montierung und einen sorgfältig abgestimmten optischen Aufbau einsetzen.
Bei der Bildauswertung sollte man außerdem beachten, dass die rechnerische Auflösung von etwa 0,40 Bogensekunden pro Pixel nicht automatisch bedeutet, dass unter realen Bedingungen jedes Detail in dieser Größe aufgelöst wird. Das Seeing, die Qualität der Kollimation, der Fokus und die Nachführung bestimmen gemeinsam, wie viel Detail tatsächlich auf dem Sensor ankommt.
7. Aufnahmebericht: M27 mit dem Celestron EdgeHD 1100
Als Testobjekt habe ich M27, den Hantelnebel im Sternbild Füchschen, gewählt. Der planetarische Nebel eignet sich gut, um die Detaildarstellung eines Teleskops mit langer Brennweite zu beurteilen.
Für die Aufnahmen kamen das Celestron EdgeHD 1100 mit originalem 0,7x Reducer und meine ZWO ASI2600MM Pro zum Einsatz. Fotografiert wurde auf der 10Micron GM1000 HPS EP.
Ich habe zwei Testserien mit unterschiedlichen Einzelbelichtungszeiten aufgenommen, um die praktische Leistungsfähigkeit bei 30 und 60 Sekunden Belichtungszeit zu vergleichen.
Aufnahme 1: 30 Sekunden pro Einzelbild
Für die erste Testserie habe ich pro RGB-Kanal jeweils 20 Aufnahmen mit einer Einzelbelichtungszeit von 30 Sekunden erstellt.
| Aufnahmedaten | Wert |
|---|---|
| Teleskop | Celestron EdgeHD 1100 |
| Reducer | Celestron 0,7x |
| Kamera | ZWO ASI2600MM Pro |
| Montierung | 10Micron GM1000 HPS EP |
| Filterkanäle | RGB |
| Einzelbelichtungszeit | 30 Sekunden |
| Aufnahmen je Kanal | 20 |
| Gesamtbelichtungszeit je Kanal | 10 Minuten |
| Gesamtbelichtungszeit RGB | 30 Minuten |
Die erste Serie zeigt, dass bereits vergleichsweise kurze Einzelbelichtungen eine gute Grundlage für die Aufnahme von M27 bilden können.
Der Vorteil kurzer Einzelbelichtungen liegt vor allem darin, dass ich versucht habe, den Einfluss des Seeings möglichst gering zu halten und bei einem problematischen Bild weniger Belichtungszeit verloren geht. Dafür steigt bei gleicher Gesamtbelichtungszeit die Zahl der benötigten Aufnahmen.
Aufnahme 2: 60 Sekunden pro Einzelbild
In der zweiten Serie habe ich die Einzelbelichtungszeit auf 60 Sekunden erhöht. Hierfür wurden pro RGB-Kanal jeweils zehn Aufnahmen angefertigt.
| Aufnahmedaten | Wert |
|---|---|
| Teleskop | Celestron EdgeHD 1100 |
| Reducer | Celestron 0,7x |
| Kamera | ZWO ASI2600MM Pro |
| Montierung | 10Micron GM1000 HPS EP |
| Filterkanäle | RGB |
| Einzelbelichtungszeit | 60 Sekunden |
| Aufnahmen je Kanal | 10 |
| Gesamtbelichtungszeit je Kanal | 10 Minuten |
| Gesamtbelichtungszeit RGB | 30 Minuten |
Auch mit 60 Sekunden pro Einzelbild lässt sich M27 mit diesem Aufbau sinnvoll aufnehmen. Die längeren Einzelbelichtungen reduzieren die Zahl der Einzelbilder, die später kalibriert und gestackt werden müssen.
Beide Serien kommen auf dieselbe Gesamtbelichtungszeit von 30 Minuten für RGB. Ein direkter Vergleich ist deshalb besonders interessant: Er kann zeigen, ob sich die längere Einzelbelichtung unter den gegebenen Bedingungen in einer besseren Bildqualität (Seeing) niederschlägt oder ob die kürzeren Einzelbelichtungen die zuverlässigere Wahl darstellen.
Dabei sollte man nicht automatisch davon ausgehen, dass 60 Sekunden grundsätzlich bessere Ergebnisse liefern. Entscheidend sind unter anderem das Seeing, die Nachführgenauigkeit, die Hintergrundhelligkeit, das Ausleserauschen der Kamera und die Zahl der verwertbaren Einzelbilder.
Was zeigt der Test von M27?
Die beiden Testserien verdeutlichen das Potenzial der Kombination aus großer Öffnung und langer Brennweite. M27 wird in einem Maßstab abgebildet, der eine detaillierte Darstellung seiner inneren Strukturen ermöglicht.
Besonders interessant ist, dass hierfür keine extrem langen Einzelbelichtungen notwendig waren. Mit 30 beziehungsweise 60 Sekunden pro RGB-Kanal-Einzelbild ließ sich bereits eine aussagekräftige Grundlage für die Bildbearbeitung schaffen.
Die Aufnahmen sind damit ein guter Beleg dafür, dass ein leistungsfähiges Teleskop nicht zwingend mit möglichst langen Einzelbelichtungen betrieben werden muss. Viel wichtiger ist ein reproduzierbarer Aufbau, eine präzise Fokussierung und eine hohe Zahl sauber nachgeführter Einzelbilder.
Hinweis zur Einordnung: Die genannten Belichtungsdaten beschreiben die Aufnahmebedingungen. Eine belastbare Aussage über den tatsächlichen Detailgewinn, das Rauschen oder die Sternabbildung im Vergleich beider Serien setzt die Betrachtung der fertigen Bilder beziehungsweise der kalibrierten Einzelbilder voraus.

8. Mein Fazit zum Celestron EdgeHD 1100
Das Celestron EdgeHD 1100 ist ein leistungsfähiges Teleskop für die Astrofotografie kleiner und kompakter Deep-Sky-Objekte. Die große Öffnung, die lange Brennweite und die Möglichkeit, das System mit dem originalen 0,7x Reducer auf f/7 zu betreiben, eröffnen interessante Möglichkeiten für detailreiche Aufnahmen mit einem akzeptablen Öffnungsverhältnis, vergleichbar mit APO-Astrografen.
Der Test an M27 hat gezeigt, dass bereits Einzelbelichtungen von 30 und 60 Sekunden eine gute Grundlage für die Bildgewinnung bieten können. Mit einer präzisen Montierung wie der 10Micron GM1000 HPS EP lässt sich das Potenzial des Systems gezielt nutzen.
Allerdings sollte man die Anforderungen an den praktischen Betrieb nicht unterschätzen. Die sorgfältige Kollimation, die Kontrolle des Fokus, die Behandlung der Tauproblematik und ein mechanisch stabiler Kameraaufbau sind entscheidend für ein gutes Ergebnis.
Besonders die serienmäßige Fokussiermechanik ist ein Punkt, mit dem man sich vor einem längerfristigen fotografischen Einsatz beschäftigen sollte. Wer häufig automatisierte Aufnahmeserien durchführt, kann von einer zusätzlichen Feinfokussierung und einer durchdachten Spiegelarretierung profitieren.
Auch das Temperaturmanagement verdient besondere Aufmerksamkeit. Eine Taukappe und ein kontrolliert betriebenes Tauband sollten zur Grundausstattung gehören.
Unterm Strich ist das Celestron EdgeHD 1100 kein Teleskop, das sämtliche Herausforderungen der Astrofotografie von selbst löst. Es ist vielmehr ein spezialisiertes Instrument, das bei sorgfältiger Abstimmung eine beeindruckende Detaildarstellung ermöglichen kann.
Meine Einschätzung: Wer vorwiegend kleine planetarische Nebel, kompakte Galaxien und andere kleine Deep-Sky-Objekte fotografieren möchte und bereit ist, Zeit in die präzise Justage und den mechanischen Aufbau zu investieren, findet im EdgeHD 1100 ein sehr interessantes System. Wer dagegen einen möglichst unkomplizierten und wartungsarmen fotografischen Einstieg sucht, wird mit einem kürzerbrennweitigen Refraktor häufig einfacher zu reproduzierbaren Ergebnissen kommen.
Der M27-Test hat mir vor allem gezeigt, wie viel Potenzial in der großen Öffnung steckt – und wie wichtig es ist, die technischen Rahmenbedingungen zu beherrschen, um dieses Potenzial auch zuverlässig auf den Kamerasensor zu bringen.
