WR134 mit dem Askar 120APO
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WR 134 – Auf der Jagd nach dem kaum sichtbaren OIII-Bogen

Eine schwierige Herausforderung für den Askar 120APO

Es gibt Astrofotos, bei denen man schon nach wenigen Einzelaufnahmen weiß, dass das Ergebnis gut werden wird. Und dann gibt es Objekte wie WR 134.

Der Emissionsnebel rund um den Wolf-Rayet-Stern WR 134 ist auf den ersten Blick kein spektakuläres Objekt. Was mich an diesem Motiv besonders fasziniert, ist jedoch eine sehr schwache Struktur: der große OIII-Bogen, der sich um den Wolf-Rayet-Stern herumzieht.

Genau diesen Bogen wollte ich mit meinem Askar 120APO möglichst deutlich sichtbar machen.

Die Voraussetzungen waren zunächst durchaus vielversprechend. Aufgenommen habe ich WR 134 im August 2026 während einer stabilen Schönwetterphase. Die Tage waren ausgesprochen heiß und auch die Nächte ungewöhnlich warm. Dafür war der Himmel klar und das Seeing gut. Astronomisch problematisch war allerdings etwas ganz anderes: die extrem kurzen Nächte im August.

Für ein so schwaches Objekt ist das ein erheblicher Nachteil.

Die Aufnahmekonfiguration

Für die Aufnahme kam der Askar 120APO mit seiner Brennweite von 840 mm und einer ZWO ASI585MM zum Einsatz. Als Filter verwendete ich Antlia 3-nm-Schmalbandfilter.

Mein Ziel war eine klassische HOO-Darstellung, wobei der Schwerpunkt ganz klar auf dem OIII-Kanal lag.

Die Aufnahmen verteilten sich auf mehrere Nächte:

OIII

  • 75 × 300 Sekunden
  • 30 × 300 Sekunden
  • 25 × 300 Sekunden

Gesamt OIII: 130 × 300 Sekunden = 10 Stunden 50 Minuten

  • 25 × 300 Sekunden
  • 24 × 300 Sekunden
  • 30 × 300 Sekunden

Gesamt Hα: 79 × 300 Sekunden = 6 Stunden 35 Minuten

Damit kamen insgesamt 17 Stunden 25 Minuten Belichtungszeit zusammen.

Für ein gewöhnliches Deep-Sky-Objekt wäre das bereits eine sehr ordentliche Belichtungszeit. Bei WR 134 und insbesondere beim schwachen OIII-Bogen relativiert sich diese Zahl allerdings sehr schnell.

Der Askar 120APO auf der 10MICRON GM1000 HPS EP Montierung mit ZWO ASI585MM Pro Kamera
Der Askar 120APO auf der 10MICRON GM1000 HPS EP Montierung mit ZWO ASI585MM Pro Kamera

Schon die Einzelaufnahmen machten wenig Hoffnung

Das eigentlich Interessante an dieser Aufnahme zeigte sich bereits während der ersten Nacht.

Auf den 300-Sekunden-OIII-Einzelaufnahmen war der Bogen praktisch nicht zu erkennen. Selbst bei genauer Betrachtung war nur sehr wenig von der Struktur auszumachen.

300s Einzelaufnahme mit dem OIII Filter

Damit war relativ schnell klar:

Das würde kein einfaches Objekt werden.

Gerade bei einem solchen Projekt ist das ein Moment, in dem man sich fragt, ob die gewählte Kombination aus Teleskop, Kamera und Belichtungszeit überhaupt ausreicht. Der OIII-Bogen ist extrem schwach und verschwindet auf den Einzelaufnahmen nahezu vollständig im Hintergrundrauschen.

Mit zunehmender Anzahl der Aufnahmen wurde jedoch klar, dass tatsächlich Signal vorhanden war. Es musste nur über sehr viele Einzelbilder und damit über eine entsprechend lange Gesamtbelichtungszeit aus dem Rauschen herausgearbeitet werden.

Ein vorheriger Versuch machte mich optimistisch

Interessanterweise hatte ich WR 134 nur wenige Nächte zuvor bereits mit einer anderen Kombination aufgenommen.

Dabei verwendete ich mein Askar SQA106 zusammen mit der ZWO ASI2600MC Air und einem Optolong L-Ultimate 3-nm-Filter.

Und genau bei dieser Aufnahme hatte ich den Eindruck gewonnen, dass der OIII-Bogen relativ gut sichtbar war.

300s Einzelaufnahme mit einem Askar SQA106 und dem Optolong L-Ultimate Filter
300s Einzelaufnahme mit einem Askar SQA106 und dem Optolong L-Ultimate Filter

Das machte mich zunächst optimistisch.

Wenn der Bogen mit dem SQA106 und der Farbkamera bereits sichtbar wird, sollte er mit dem deutlich größeren 120-mm-Askar 120APO doch eigentlich noch besser darstellbar sein.

So zumindest meine Überlegung.

Die Praxis zeigte dann allerdings, dass die Sache wesentlich komplizierter war.

Der große Unterschied zwischen sichtbarem Signal und gut darstellbarem Signal

Der Askar 120APO besitzt mit seinen 120 mm Öffnung natürlich deutlich mehr Lichtsammelleistung als der SQA106. Trotzdem war der OIII-Bogen in den Einzelaufnahmen überraschend schwer zu erkennen.

Das zeigt sehr schön, dass bei extrem schwachen Nebelstrukturen nicht allein die Öffnung des Teleskops entscheidend ist.

Auch Filter, Kamera, Pixelgröße, Himmelshelligkeit, Signal-Rausch-Verhältnis, Seeing und vor allem die Gesamtbelichtungszeit spielen eine entscheidende Rolle.

Und genau hier lag bei dieser Aufnahme das eigentliche Problem.

Die kurzen Augustnächte

Im August ist die astronomisch nutzbare Nacht in unseren Breiten bereits sehr kurz. Selbst bei hervorragendem Wetter bleiben nur wenige Stunden, in denen man ein Objekt wie WR 134 sinnvoll belichten kann.

Mehr als etwa drei Stunden maximale nutzbare Aufnahmezeit pro Nacht waren unter den gegebenen Bedingungen nicht realistisch.

Damit war schnell klar, dass WR 134 kein Objekt für eine einzige Aufnahmenacht werden würde.

Stattdessen musste ich über mehrere Nächte hinweg belichten und dabei möglichst viele OIII-Aufnahmen sammeln.

Gerade der OIII-Kanal verlangte dabei nach immer mehr Belichtungszeit. Die 300 Sekunden pro Einzelaufnahme waren dabei eigentlich nur der Anfang. Erst die Integration einer sehr großen Anzahl von Einzelbildern brachte ausreichend Signal zusammen, um den Bogen überhaupt sinnvoll herausarbeiten zu können.

Insgesamt fast 11 Stunden OIII

Am Ende waren es 130 OIII-Aufnahmen mit jeweils 300 Sekunden, also fast 11 Stunden reine OIII-Belichtungszeit.

Der Hα-Kanal kam zusätzlich auf knapp 6,5 Stunden.

Insgesamt sind damit mehr als 17 Stunden Belichtungszeit in dieses Bild eingeflossen.

Das klingt zunächst nach einer gewaltigen Menge. Bei einem so schwachen Objekt wird allerdings schnell deutlich, wie relativ solche Zahlen sind.

Der OIII-Bogen ist eine Struktur, die nicht einfach dadurch sichtbar wird, dass man ein paar Stunden mehr belichtet. Vielmehr steigt mit jeder zusätzlichen Stunde die Chance, dass sich die extrem schwache Struktur immer deutlicher vom Hintergrundrauschen abhebt.

Der OIII-Bogen – das eigentliche Ziel

Bei der späteren Bearbeitung war deshalb von Anfang an klar, dass ich nicht einfach nur einen schönen HOO-Nebel produzieren wollte.

Der OIII-Bogen war das Ziel.

Ich wollte wissen, wie weit sich diese extrem schwache Struktur mit dem 120APO und der ASI585MM herausarbeiten lässt.

Und genau hier zeigte sich auch die Grenze dieser Aufnahme.

Der Bogen ist zwar vorhanden und lässt sich sichtbar machen, aber die vorhandene Gesamtbelichtungszeit reicht offensichtlich noch nicht ganz aus, um ihn so deutlich und geschlossen darzustellen, wie ich es mir ursprünglich vorgestellt hatte.

Besonders im schwächeren Bereich verliert sich die Struktur noch im Hintergrund. Für eine wirklich überzeugende, geschlossene Darstellung wäre vermutlich nochmals eine erhebliche Menge zusätzlicher OIII-Belichtungszeit notwendig.

Eine Aufnahme mit offenem Ende

Genau deshalb sehe ich diese Aufnahme auch nicht als endgültige Version von WR 134.

Vielmehr ist sie ein Zwischenergebnis und gleichzeitig ein Test, wie weit man mit dem Askar 120APO und der ASI585MM bei diesem extrem schwierigen Objekt kommt.

Die Aufnahme zeigt, dass das Objekt grundsätzlich machbar ist. Der OIII-Bogen lässt sich herausarbeiten – aber er verlangt nach sehr viel Geduld.

Und das ist vielleicht die wichtigste Erkenntnis aus diesem Projekt:

Bei extrem schwachen Strukturen ist nicht unbedingt das Teleskop der limitierende Faktor. Manchmal fehlt schlicht die Belichtungszeit.

10 h 50 min OIII, 6 h 35 min Hα und damit 17 h 25 min Gesamtbelichtungszeit

Ergebnisse mit dem Askar SQA106 und dem Optolong L-Ultimate

Teleskop: Askar SQA106
Montierung: ZWO AM5N mit ASIAIR als Steuerung
Kamera: ZWO ASI2600MC AIR
Filter: Optolong L-Ultimate
Belichtungszeit: 55 x 300 Sekunden

Der L-Ultimate ist ein Dual-3-nm-Filter, der im Wesentlichen nur Hα und O III durchlässt. Dadurch entstehen bei der Farbkamera zwangsläufig sehr spezielle RGB-Verhältnisse.

Ich bin daher bei der Bearbeitung der Rohdaten in Pixinsight so vorgegangen und habe einen synthetischen OIII-Kanal erzeugt mit einer Gewichtung von 40% aus dem grünen Kanal und 60% aus dem blauen Kanal, um so eine HOO Aufnahme anfertigen zu können.

Fertige HOO Aufnahme von WR134
Ausschnittsvergrößerung aus o.g. Aufnahme

Fazit

WR 134 hat sich als deutlich härterer Brocken erwiesen, als ich zunächst erwartet hatte.

Nach meiner vorherigen Aufnahme mit dem Askar SQA106 und der ASI2600MC Air + Optolong L-Ultimate war ich zunächst davon ausgegangen, dass der größere Askar 120APO den OIII-Bogen problemlos noch besser zeigen würde.

Doch bereits die 300-Sekunden-Einzelaufnahmen machten deutlich, dass hier Geduld gefragt sein würde.

Die extrem kurzen Augustnächte waren dabei ein zusätzlicher Gegner. Statt die notwendige Belichtungszeit in einer oder zwei langen Nächten sammeln zu können, musste ich WR 134 über mehrere Nächte hinweg aufnehmen.

Am Ende standen fast 11 Stunden OIII und insgesamt mehr als 17 Stunden Belichtungszeit zur Verfügung.

Das Ergebnis zeigt den faszinierenden OIII-Bogen bereits deutlich – aber eben noch nicht so geschlossen und ausgeprägt, wie ich es mir gewünscht hätte.

Für mich ist die Sache damit allerdings noch nicht abgeschlossen.

WR 134 steht auf meiner Liste für eine zweite Runde.

Denn gerade solche Objekte haben für mich einen besonderen Reiz. Wenn ein Nebel auf der Einzelaufnahme praktisch unsichtbar ist und man erst nach vielen Stunden Belichtungszeit beginnt, eine Struktur aus dem Nichts herauszuarbeiten, wird Astrofotografie zur echten Geduldsprobe.

Und genau das macht den Reiz von WR 134 aus.

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