M33 mit Askar SQA106
|

M33 – Die Triangulumgalaxie mit dem Askar SQA106

RGB und Hα – die feinen Strukturen der Triangulumgalaxie herausarbeiten

Nach meinen Aufnahmen des Östlichen und Westlichen Schleiernebels wollte ich diesmal wieder eine Galaxie fotografieren. Die Wahl fiel auf M33, die Triangulumgalaxie.

M33 ist auf den ersten Blick ein relativ dankbares Motiv. Sie ist groß, hell und zeigt bereits auf einer Einzelaufnahme deutlich ihre Spiralstruktur. Bei der späteren Bildbearbeitung stellt sich allerdings schnell heraus, dass M33 alles andere als einfach ist.

Das Problem liegt für mich vor allem in der enormen Anzahl kleiner Strukturen innerhalb der Galaxie.

Neben den eigentlichen Spiralarmen finden sich unzählige kleine Sternhaufen und H-II-Regionen. Diese Strukturen erzeugen eine enorme Detailfülle, können aber gleichzeitig dazu führen, dass die eigentliche Spiralstruktur optisch etwas untergeht.

Genau das wollte ich bei dieser Aufnahme möglichst vermeiden.

Das verwendete Setup

Die Aufnahme entstand in der vergangenen Nacht mit meinem Askar SQA106 und der ZWO ASI2600MM Pro.

Für die RGB-Aufnahmen habe ich pro Farbkanal 30 Einzelaufnahmen mit jeweils 120 Sekunden Belichtungszeit aufgenommen.

Damit ergibt sich folgende Aufnahmeserie:

KanalAufnahmenEinzelbelichtungGesamtbelichtungszeit
Rot30120 s60 min
Grün30120 s60 min
Blau30120 s60 min
Hα20300 s100 min

Die RGB-Daten kommen damit auf insgesamt 3 Stunden, hinzu kommen weitere 100 Minuten Hα.

Insgesamt standen somit 4 Stunden und 40 Minuten Belichtungszeit zur Verfügung.

M33 im RGB

Die RGB-Aufnahmen bilden die Grundlage für das eigentliche Farbbild.

Bei M33 wollte ich dabei bewusst nicht nur möglichst viele Details sammeln, sondern vor allem eine möglichst natürliche Darstellung der Galaxie erreichen.

M33 besitzt eine relativ große Ausdehnung und zeigt bereits in moderaten Brennweiten sehr viele Details. Mit den 509 mm des SQA106 passt die Galaxie sehr gut in das Bildfeld der ASI2600MM Pro.

Was bei der Bearbeitung allerdings schnell auffällt: M33 ist kein besonders einfaches Objekt.

Wenn die Details zu vielen werden

Das klingt zunächst etwas widersprüchlich.

Normalerweise freut man sich als Astrofotograf über möglichst viele Details. Bei M33 kann genau das aber zu einem Problem werden.

Die Galaxie enthält eine enorme Zahl kleiner Sternhaufen und anderer Strukturen. Zusammen mit den vielen helleren und schwächeren H-II-Regionen entsteht ein sehr detailreiches Bild.

Das Problem dabei ist, dass die Spiralstruktur dadurch nicht automatisch besser sichtbar wird.

Im Gegenteil.

Wenn man die Aufnahme einfach stark streckt und anschließend Kontrast und Schärfe erhöht, treten zunächst die vielen kleinen Strukturen hervor. Die eigentlichen Spiralarme können dabei fast wie eine Art Hintergrund wirken.

Das Bild wird zwar detailreich – aber die große Struktur der Galaxie geht teilweise verloren.

Genau diesen Effekt finde ich bei M33 besonders schwierig.

Die Spiralarme müssen herausgearbeitet werden

Bei der Bearbeitung muss man deshalb meiner Meinung nach etwas anders vorgehen als bei vielen anderen Galaxien.

Es reicht nicht unbedingt aus, einfach den Kontrast zu erhöhen oder die Schärfe zu verstärken.

Denn dadurch werden nicht nur die Spiralarme betont.

Auch die zahlreichen kleinen Sternhaufen und Strukturen innerhalb der Galaxie werden stärker hervorgehoben.

Das kann schnell dazu führen, dass M33 zunehmend unruhig wirkt.

Für mich besteht die eigentliche Herausforderung deshalb darin, zwischen der großräumigen Struktur der Galaxie und den vielen kleinen Details ein vernünftiges Gleichgewicht zu finden.

Die Spiralarme sollen klar erkennbar sein, gleichzeitig möchte ich aber natürlich nicht auf die vielen kleinen Strukturen verzichten, die M33 überhaupt so interessant machen.

Ausschnittsvergrößerung mit den unzähligen Ha-Regionen in M33
Ausschnittsvergrößerung mit den unzähligen Ha-Regionen in M33

Hα für die zahlreichen H-II-Regionen

Zusätzlich zu den RGB-Aufnahmen habe ich deshalb noch gezielt Hα aufgenommen.

M33 besitzt eine große Anzahl von H-II-Regionen, die sich in Hα sehr deutlich abzeichnen können.

Dafür habe ich 20 Aufnahmen mit jeweils 300 Sekunden aufgenommen.

Das ergibt weitere 100 Minuten Hα-Integrationszeit.

Die Hα-Daten sollten dabei nicht das RGB-Bild ersetzen, sondern gezielt die entsprechenden Regionen innerhalb der Galaxie hervorheben.

Gerade bei M33 funktioniert das meiner Meinung nach sehr gut, weil die H-II-Regionen teilweise wie kleine rötliche Knoten entlang der Spiralarme erscheinen.

Sie geben der Galaxie zusätzliche Struktur und machen gleichzeitig deutlich, wo sich innerhalb der Spiralarme besonders aktive Sternentstehungsgebiete befinden.

Das Problem mit einer zusätzlichen Luminanz

Bei M33 bin ich allerdings auch bei der Verwendung einer zusätzlichen Luminanzspur vorsichtig.

Eine Luminanzaufnahme kann grundsätzlich sehr hilfreich sein, um die Detailzeichnung einer Galaxie zu verbessern.

Bei M33 kann sie aber auch genau das Gegenteil bewirken.

Wenn die Luminanz zu stark in das Bild eingebracht wird, werden die ohnehin schon zahlreichen kleinen Strukturen noch stärker hervorgehoben.

Die Spiralstruktur kann dadurch regelrecht „ersaufen“.

Man bekommt dann zwar ein sehr scharfes und detailreiches Bild, aber die große Form der Galaxie wird optisch immer schwieriger zu erfassen.

Das ist für mich einer der interessanten Aspekte bei der Bearbeitung von M33:

Mehr Detail bedeutet hier nicht automatisch ein besseres Bild.

Es kommt vielmehr darauf an, welche Details man betont.

Kontrast gezielt einsetzen

Eine Möglichkeit besteht darin, den Kontrast nicht einfach global auf das gesamte Bild anzuwenden.

Stattdessen muss man versuchen, die unterschiedlichen Strukturebenen voneinander zu trennen.

Die großräumigen Strukturen der Spiralarme benötigen eine andere Bearbeitung als die kleinen Sternhaufen und H-II-Regionen.

Gerade hier können selektive Bearbeitung, Masken und lokale Kontrastanhebung hilfreich sein.

Ich arbeite deshalb bei solchen Objekten lieber mit mehreren Ebenen der Bildbearbeitung, anstatt einfach das komplette Bild stärker zu schärfen oder den globalen Kontrast immer weiter zu erhöhen.

Das Ziel ist dabei nicht, M33 möglichst spektakulär aussehen zu lassen.

Die Galaxie soll vielmehr ihre räumliche Struktur behalten.

Man sollte auf den ersten Blick erkennen können, wo die Spiralarme verlaufen – und beim Hineinzoomen trotzdem die vielen kleinen Details entdecken.

Gesamtaufnahme von M33 mit dem Askar SQA106

Der Askar SQA106 passt sehr gut zu M33

Auch bei M33 zeigt sich für mich wieder, dass der Askar SQA106 eine sehr interessante Brennweite für größere Galaxien besitzt.

Mit 509 mm Brennweite und der ASI2600MM Pro ist M33 groß genug abgebildet, um ihre Strukturen detailliert darzustellen, ohne dass die Galaxie das Bildfeld komplett sprengt.

Gleichzeitig bleibt genügend Umfeld um die Galaxie erhalten, was ich persönlich sehr ästhetisch finde, wenn noch ausreichend Sterne um das Objekt sichtbar sind.

Das finde ich bei M33 wichtig, weil gerade die schwächeren äußeren Bereiche der Spiralarme einen großen Teil des visuellen Eindrucks ausmachen.

Ein zu enger Ausschnitt würde diese Wirkung deutlich reduzieren.

Fazit

M33 gehört für mich zu den Objekten, die fotografisch zunächst einfacher wirken, als sie tatsächlich sind.

Die Galaxie ist hell und detailreich und liefert bereits mit relativ moderater Belichtungszeit sehr viele Informationen.

Die eigentliche Herausforderung beginnt für mich deshalb erst bei der Bildbearbeitung.

M33 enthält so viele kleine Sternhaufen, H-II-Regionen und andere Strukturen, dass die eigentliche Spiralstruktur schnell in dieser Detailfülle untergehen kann.

Eine stärkere Kontrastanhebung oder Schärfung hilft zwar zunächst, verschärft das Problem aber teilweise noch.

Besonders vorsichtig muss man meiner Meinung nach mit einer zusätzlichen Luminanzaufnahme umgehen. Sie kann zwar die Detailzeichnung verbessern, gleichzeitig aber dafür sorgen, dass die feinen Spiralarme gegenüber den zahlreichen kleinen Strukturen an Wirkung verlieren.

Die zusätzlichen 20 Hα-Aufnahmen mit jeweils 300 Sekunden waren deshalb für mich eine sinnvolle Ergänzung zu den drei Stunden RGB-Daten.

Sie ermöglichen es, die H-II-Regionen gezielt herauszuarbeiten, ohne dafür das komplette RGB-Bild entsprechend stark bearbeiten zu müssen.

Am Ende geht es bei M33 für mich deshalb weniger darum, möglichst viele Details sichtbar zu machen.

Die Kunst besteht vielmehr darin, die vorhandenen Details so zu gewichten, dass die große Struktur der Galaxie erhalten bleibt.

Und genau das macht M33 für mich zu einem wesentlich interessanteren Bearbeitungsobjekt, als es auf den ersten Blick vielleicht den Anschein hat.

Ähnliche Beiträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert