đ Testbericht: Askar FRA600 (108mm f/5.6 Quintuplet APO)
Mit dem FRA600 hat Askar den bislang gröĂten Vertreter seiner FRA Reihe auf den Markt gebracht. Das Teleskop richtet sich klar an ambitionierte Astrofotografen, die mit gröĂeren Sensoren arbeiten und gleichzeitig eine unkomplizierte, âPlug & Playâ-fĂ€hige Lösung suchen.
Doch wie schlÀgt sich der Askar FRA600 in der Praxis?
đŠ Lieferumfang & erster Eindruck
Der FRA600 kommt typisch fĂŒr Askar sehr ordentlich verpackt und mit umfangreichem Zubehör:
- stabile Rohrschellen mit Tragegriff
- montierter Sucherschuh fĂŒr Zubehör
- Losmandy-Schiene
- Adapter fĂŒr Fotografie (M48 und M54)
- integrierter 2″-Anschluss
Die Verarbeitung ist auf hohem Niveau: CNC-gefertigte Teile, sauber laufender Okularauszug und insgesamt ein sehr wertiger Eindruck. Besonders der groĂe 4″-Fokussierer wirkt massiv und ist fĂŒr schwere Kamerasetups ausgelegt.

đŹ Optisches Design
Der FRA600 ist ein Quintuplet-Petzval-Apochromat:
- Ăffnung: 108 mm
- Brennweite: 600 mm
- ĂffnungsverhĂ€ltnis: f/5.6
- 5 Linsen (3+2 Design)
- integrierter Korrektor
- 66 mm Bildkreis (voll ausgeleuchtet)
Das bedeutet:
đ kein zusĂ€tzlicher Flattener notwendig
đ keine Backfokus-Probleme (im nativen Setup)
Gerade das unterscheidet ihn deutlich von klassischen Triplet-Refraktoren, die ggf. mit Flattenern oder Reducern angepasst werden mĂŒssen und bei denen der korrekte Backfokus eingehalten werden muss.
đ BildqualitĂ€t in der Praxis
â SchĂ€rfe & Sternabbildung
Im Zentrum liefert der FRA600 eine sehr gute SchÀrfe. Sterne erscheinen punktförmig und kontrastreich.
Auch in den Randbereichen bleibt die Abbildung fĂŒr die meisten Anwendungen sehr gut â insbesondere bei APS-C und Vollformat. Der groĂe Bildkreis von 66 mm ist ein klares Highlight, wenngleich auch nur eine theoretische Angabe aus der Optikberechnung.



Vollformat

đ Farbkorrektur
Dank ED-GlÀsern ist die Farbkorrektur auf hohem Niveau.
Allerdings zeigt sich in der Praxis im Vollformat leichte Aberrationen an den RĂ€ndern.
- leichte chromatische Aberration an den RÀndern möglich
- nicht ganz auf dem Niveau absoluter High-End-Refraktoren
đ Dennoch eine absolut solide Abbildungsleistung fĂŒr diese Preisklasse.
TILT
In den Aufnahmen ist keine Verkippung erkennbar â der stabile Okularauszug des Askar FRA600 erfĂŒllt seine Aufgabe zuverlĂ€ssig.

âïž Mechanik & Handling
Der groĂe 4″-Fokussierer ist eines der Highlights:
- sehr stabil
- feinfĂŒhlig (1:10 Untersetzung)
- 360° rotierbar
Selbst schwere Setups mit Filterrad + Vollformatkamera sind kein Problem und werden problemlos ĂŒber eine ganze Nacht gehalten.
Elektronischer Fokussierer EAF
Die Montage ist sehr einfach und von Askar bereits vorgesehen. Passende Gewinde zur Aufnahme der Montageschrauben sind am Okularauszug angebracht.
Gewicht & Transport
- relativ kompakt fĂŒr die GröĂe der Optik
- aber nicht ultraleicht, wird dennoch gut getragen von mittleren Montierungen wie der ZWO AM5 oder Skywatcher EQ5/EQ6-Klasse
đ FĂŒr mobile EinsĂ€tze geeignet, aber kein âTravel-Scopeâ.
đ Astrofotografie-Performance
Ich habe den Askar FRA600 mit einer ZWO ASI2400MC Pro (Vollformat) und einer ZWO ASI2600MM Pro (APS-C Monokamera) getestet.
FĂŒr die Astrofotografie spielt der FRA600 seine StĂ€rken voll aus:
â Vorteile
- sofort einsatzbereit (kein Flattener nötig, Kamera dran und loslegen)
- riesiger Bildkreis â ideal fĂŒr Vollformat (gute Korrektur auch an den RĂ€ndern)
- schnelles f/5.6-System
- mit Reducer sogar f/3.9 möglich (selbst mit Vollformat sehen die RÀnder gut aus!)
đ· Typische Einsatzgebiete
- groĂe Nebel (z. B. Nordamerika-Nebel)
- Galaxien mittlerer GröĂe
- Widefield mit hoher Detailtiefe
đ Der FRA600 ist ein klassischer Allround-Astrograph im 600mm-Bereich.
âïž Vergleich & Einordnung
Im Markt positioniert sich der FRA600 zwischen:
- gĂŒnstigeren Triplet-Refraktoren
- und High-End-Astrographen wie Takahashi/TEC/Astro-Physics
Er bietet:
- deutlich mehr Komfort als klassische APOs (integrierter Flattener, Okularauszug)
- aber nicht ganz die Perfektion absoluter Premium-Optiken
đ DafĂŒr ist das Preis-Leistungs-VerhĂ€ltnis sehr stark.
â SchwĂ€chen
- nicht ganz perfekte Farbkorrektur (insb. an den RĂ€ndern) fĂŒr Perfektionisten
- relativ hohes Gewicht
- kein Zenitspiegel oder weiteres Zubehör fĂŒr die visuelle Beobachtung im Lieferumfang
- Preis fĂŒr Einsteiger relativ hoch
â StĂ€rken
- integrierter Flattener (kein Aufwand beim Setup)
- riesiger 66 mm Bildkreis (Vollformat wird ausgeleuchtet)
- sehr stabile Mechanik/Okularauszug
- ideal fĂŒr Vollformat
- hohe Benutzerfreundlichkeit (z.B. durch M48/M54 Kameraanschlussmöglichkeiten)
đ§ Fazit
Der Askar FRA600 ist ein sehr durchdachter Astrograph fĂŒr fortgeschrittene Nutzer, die:
- möglichst wenig Setup-Aufwand wollen
- groĂe Sensoren nutzen
- und direkt zu guten Ergebnissen kommen möchten
Er ist kein absolutes High-End-Instrument â aber ein extrem starker Allrounder mit hervorragendem Preis-Leistungs-VerhĂ€ltnis.
đ Kurz gesagt:
Der FRA600 ist genau das richtige Teleskop, wenn du âeinfach fotografieren statt bastelnâ willst â mit sehr soliden Ergebnissen bis in den Vollformatbereich.
