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Testbericht: SVBONY SV241 Pro – Powerbox und Steuerzentrale für die Astrofotografie

Einleitung

Wer eine moderne Astrofotografie-Ausrüstung betreibt, kennt das Problem: Mit zunehmender Automatisierung wächst nicht nur die Zahl der Geräte, sondern auch die Zahl der benötigten Strom- und Datenkabel.

Montierung, gekühlte Astrokamera, EAF, Filterrad, Guidingkamera, Steuer-PC und eventuell noch eine Rotator- oder Flatfield-Lösung wollen mit Strom versorgt und über USB mit dem Aufnahmecomputer verbunden werden. Hinzu kommen Heizbänder, die insbesondere bei feuchten Nächten zuverlässig geregelt werden müssen.

Genau hier setzt die SVBONY SV241 Pro an.

Die Powerbox kombiniert eine zentrale Stromverteilung mit einem USB-Hub, schaltbaren 12-Volt-Ausgängen, einem geregelten Spannungsausgang, zwei PWM-Ausgängen für Heizbänder sowie Temperatur- und Feuchtesensoren. Über den ASCOM-Treiber lässt sich die Box außerdem direkt in eine Windows-basierte Astrofotografie-Umgebung und damit auch in N.I.N.A. integrieren.

Damit erinnert das Konzept durchaus an Lösungen wie die Power-Management-Funktionen eines PrimaluceLab EAGLE – allerdings konzentriert sich die SV241 Pro vollständig auf Stromversorgung, USB und Zubehörsteuerung.

Ich habe mir deshalb angesehen, wie gut das Konzept in einem typischen Deep-Sky-Setup funktioniert und wo die Stärken und Schwächen der SV241 Pro liegen.

Ein weiterer Grund für die Anschaffung war ein Erlebnis in einer der letzten Nächte: Durch das zunehmende Kabelwirrwarr hatte sich eines der Kabel so stark verdreht, dass es schließlich die Montierung blockierte. Dadurch ging wertvolle Belichtungszeit verloren – ein ausgesprochen ärgerlicher Umstand und letztlich der konkrete Auslöser für mich, nach einer zentralen Power-Box für mein Mini-PC-Setup zu suchen.

Bei meinem ZWO ASIAIR-Setup mit der AM5N kenne ich dieses Problem in dieser Form nicht. Dort ist die Stromversorgung sehr zentral aufgebaut: Die Montierung benötigt lediglich eine zentrale Stromzuführung. Über den Teleskopsattel der AM5N wird wiederum die ASIAIR versorgt. Von der ASIAIR aus werden dann Kamera, Filterrad und Fokussierer mit Strom- und Datenleitungen versorgt. Dadurch bleibt die Anzahl der vom Teleskop wegführenden Kabel auf ein Minimum reduziert.
Noch perfekter gelöst ist der Einsatz einer sog. AIR-Kamera von ZWO, die nochmals deutlich Kabelverbindungen einspart, da die ASIAIR in der Kamera bereits integriert ist.

Ähnlich sauber ist mein Setup mit dem PrimaluceLab EAGLE 6 aufgebaut. Auch hier benötigt der EAGLE 6 lediglich eine zentrale Stromversorgung. Vom EAGLE 6 aus werden anschließend sämtliche Strom- und Datenleitungen gebündelt und gezielt zu den jeweiligen Endgeräten geführt.

Genau diesen Ansatz wollte ich nun auch für mein anderes Setup erreichen: eine zentrale Strom- und Datenverteilung direkt am Teleskop, anstatt für jedes einzelne Gerät separate Leitungen bis zur Stromversorgung beziehungsweise zum PC führen zu müssen.

1. Technische Daten

MerkmalSVBONY SV241 Pro
Eingangsspannung12 V DC
Maximale Eingangsstromstärke10 A
Abmessungenca. 100,5 × 87,5 × 24,5 mm
Gewichtca. 210 g
Schaltbare DC-Ausgänge5 × 12 V
Dauer-Ausgang1 × 12 V
Geregelter Ausgang0–15 V, max. 3 A
PWM-Ausgänge2 × 12 V
USB2 × USB 3.0 + 4 × USB 2.0
USB-Spannung5 V / bis 2,5 A je Port
Temperaturmessungja
Luftfeuchtemessungja
Dew-Heater-Steuerung2 Kanäle
ASCOM-Unterstützungja
N.I.N.A.-Unterstützungja
MontageM4 und UNC 1/4″-20
Betriebstemperatur-10 bis +50 °C

Die SV241 Pro besitzt insgesamt sechs klassische DC-Ausgänge. Einer davon ist dauerhaft aktiv, während fünf Ausgänge über die Steuerung geschaltet werden können. Zusätzlich steht ein variabler Ausgang zur Verfügung, dessen Spannung von 0 bis etwa 15 V eingestellt werden kann.

Gerade der geregelte Ausgang ist interessant, sollte aber mit entsprechender Vorsicht eingesetzt werden. Für empfindliche Geräte sollte ausschließlich die vom jeweiligen Hersteller vorgeschriebene Spannung verwendet werden.

Übersicht der Anschlüsse der SV241 Pro

2. Aufbau und Verarbeitung

Die SV241 Pro ist erstaunlich kompakt.

Mit rund 10 × 9 × 2,5 cm lässt sich die Powerbox problemlos direkt am Teleskop, an einer Prismenschiene oder an einem Tragegriff montieren.

Für die Befestigung stehen sowohl M4-Gewinde als auch UNC 1/4″-20 zur Verfügung. Damit ist die Box für typische Astro-Montagelösungen gut vorbereitet.

Das geringe Gewicht von rund 210 Gramm ist ebenfalls ein Vorteil.

Gerade bei einer mobilen Montierung möchte man möglichst wenig zusätzliches Gewicht und möglichst wenig Kabel am Teleskop unterbringen.

Das Konzept der SV241 Pro ist deshalb nicht nur technisch interessant. Sie hilft gleichzeitig dabei, den gesamten Kabelstrang am Teleskop deutlich übersichtlicher zu gestalten.

3. Stromversorgung

Das Herzstück der SV241 Pro sind die 12-Volt-Ausgänge.

Fünf Ausgänge können einzeln ein- und ausgeschaltet werden. Ein weiterer 12-Volt-Ausgang steht dauerhaft zur Verfügung. Hinzu kommt der geregelte Ausgang.

Damit lassen sich beispielsweise folgende Geräte zentral versorgen:

  • gekühlte Astrokamera
  • EAF
  • Filterrad
  • Rotator
  • Montierung
  • weiteres 12-Volt-Zubehör

Besonders praktisch ist dabei nicht nur die Stromverteilung selbst, sondern die Möglichkeit, einzelne Geräte softwareseitig abzuschalten.

Ein Aufnahmecomputer muss dadurch nicht mehr unbedingt direkt an jedes einzelne Gerät angeschlossen sein.

Die SV241 Pro wird damit zu einer Art zentralem Stromverteiler des gesamten Teleskop-Setups.

Stromversorgungsanschlüsse mit den Standard 5.5 x 2.1mm Steckern

4. USB-Hub

Neben der Stromversorgung besitzt die SV241 Pro einen integrierten USB-Hub.

Zur Verfügung stehen:

  • 2 × USB 3.0
  • 4 × USB 2.0
  • USB-C

Die USB-Anschlüsse sind in zwei Gruppen schaltbar. Eine individuelle Abschaltung jedes einzelnen USB-Ports ist dagegen nicht vorgesehen.

Für eine typische Astrofotografie-Konfiguration ist das trotzdem sehr praktisch.

Eine mögliche Konfiguration könnte beispielsweise so aussehen:

AnschlussGerät
USB 3.0Hauptkamera
USB 3.0Guidingkamera
USB 2.0EAF
USB 2.0Filterrad
USB-Cweiteres Zubehör
USB 2.0Montierung

Damit kann ein einziger USB-Anschluss zum Steuer-PC reichen.

Das reduziert die Anzahl der Kabel, die vom Teleskop zum Computer geführt werden müssen.

Bei meinem aktuellen Setup führt damit nur noch ein einziges 12-V-Kabel zur SV241 Pro Power-Box. Von dort aus werden der Mini-PC, die Kamera, das Filterrad, der Fokussierer sowie die Taubänder zentral mit Strom versorgt.

Genau das war mein Ziel: eine zentrale, übersichtliche und vor allem saubere Stromversorgung, bei der sich der Kabelsalat am Teleskop auf ein Minimum reduzieren lässt.

USB A und C Anschlüsse für USB-C + 3xUSB 2.0 + 2xUSB 3.0

5. ASCOM und N.I.N.A.

Der entscheidende Unterschied zu einer einfachen Powerbox liegt in der Softwaresteuerung.

Die SV241 Pro unterstützt ASCOM und kann dadurch direkt in N.I.N.A. eingebunden werden. Der Hersteller stellt dafür einen eigenen ASCOM-Treiber sowie das Hub-Control-Programm und Firmware-Tools zur Verfügung.

NINA-Integration der SV241 pro

In N.I.N.A. können unter anderem die DC-Ausgänge geschaltet und die USB-Gruppen kontrolliert werden.

Damit ergeben sich interessante Möglichkeiten für automatisierte Aufnahmesessions.

Beispielsweise könnte eine Sequenz am Ende der Nacht bestimmte Verbraucher automatisch abschalten.

Noch wichtiger ist die Möglichkeit, einzelne Komponenten aus der Ferne neu zu starten.

Wenn beispielsweise eine Kamera oder ein anderes angeschlossenes Gerät nicht mehr reagiert, kann ein Aus- und Einschalten der entsprechenden Stromversorgung unter Umständen einen manuellen Eingriff am Teleskop ersparen.

Für ein Remote-Setup ist das ein wichtiger Vorteil.

6. Installation unter Windows 11

Die Installation ist grundsätzlich unkompliziert, allerdings sollte man nicht einfach nur den ASCOM-Treiber installieren.

SVBONY stellt aktuell mehrere Komponenten bereit:

  1. SVBONY ASCOM Driver
  2. HubControl Manager
  3. Firmware-Paket bzw. Firmware-Update

Auf der aktuellen Download-Seite werden für die SV241 Pro unter anderem der ASCOM-Treiber V1.1, das Firmware-Paket sowie der HubControl Manager angeboten.

Gerade bei einer Neuinstallation unter Windows 11 sollte deshalb zunächst überprüft werden, ob Firmware und Treiber der SV241 pro auf dem aktuellen Stand sind.

Das ist nicht nur eine Empfehlung aus Gründen der Aktualität.

SVBONY weist selbst darauf hin, dass ältere Firmware-/Treiberstände unter anderem zu fehlerhaften Temperatur- und Feuchtewerten führen können (was man auch in den Diskussionsforen liest oder auch bei Amazon-Bewertungen).

Ein wichtiger Punkt: der COM-Port

Die Verbindung zwischen Powerbox und Windows-PC erfolgt über den USB-B-Anschluss der SV241 Pro.

Unter Windows wird dafür ein serielles Gerät bereitgestellt.

Das bedeutet: Wird die SV241 Pro nicht korrekt erkannt, sollte zunächst im Geräte-Manager geprüft werden, ob ein entsprechender COM-Port erscheint.

Das ist insbesondere bei kleinen Astro-PCs interessant, bei denen Windows nicht immer sämtliche USB- bzw. seriellen Komponenten automatisch mit dem passenden Treiber versieht.

Für einen zuverlässigen Betrieb sollte die Installation daher nicht einfach bei „Windows erkennt das USB-Gerät“ beendet werden. Entscheidend ist, dass anschließend auch der serielle Kommunikationskanal und der ASCOM-Treiber korrekt funktionieren.

In meinem Fall musste ich, wie bereits o.g., vom Hersteller meines Mini-PC die passenden Treiber herunterladen bzw. aktualisieren. Danach die SV241 pro einmal ab- und wieder anstecken an den PC.

Schnittstelle zum PC und Eingang der Stromversorgung

7. Temperatur- und Feuchtesensor

Eine besonders interessante Funktion der SV241 Pro ist die integrierte Sensorik.

Über die entsprechenden Anschlüsse können Temperatur und Luftfeuchtigkeit erfasst werden.

Aus diesen Werten lässt sich der Taupunkt bestimmen.

Das ist für die Astrofotografie wesentlich interessanter als eine reine Temperaturanzeige.

Denn entscheidend ist nicht, ob beispielsweise 8 °C herrschen, sondern wie weit die optische Fläche vom Taupunkt entfernt ist.

Die SV241 Pro kann diese Informationen für die Steuerung der Heizbänder verwenden.

0-15V Ausgang + 2xPWM für Heizbänder und Temperatur und Feuchtesensoreingang

Die Sensoren zur Messung von Temperatur und Luftfeuchtigkeit sind selbstverständlich im Lieferumfang enthalten. Dank der ausreichenden Kabellänge lässt sich die Temperatur direkt am Objektiv erfassen, sodass die Heizbänder bedarfsgerecht und auf Basis realistischer Messwerte gesteuert werden können.

8. Automatische Dew-Heater-Steuerung

Die Powerbox besitzt zwei PWM-Ausgänge für Heizbänder.

Dabei unterscheiden sich die beiden Ausgänge funktional:

PWM1 kann mit den Temperatursensoren für die automatische Heizungssteuerung verwendet werden.

PWM2 ist primär für die manuelle Einstellung der Heizleistung vorgesehen.

Die Heizleistung lässt sich über PWM regeln. Dadurch muss ein Heizband nicht permanent mit 100 Prozent Leistung betrieben werden.

Das ist grundsätzlich sinnvoll.

Ein dauerhaft maximal beheiztes Objektiv oder eine maximal beheizte Teleskopfront kann unnötig Energie verbrauchen und bei einer mobilen Stromversorgung die Laufzeit verkürzen.

Die intelligente Steuerung versucht stattdessen, die Heizung nur so stark zu betreiben, wie es notwendig ist.

Die Funktion habe ich sehr ausführlich bei der Installation getestet und war relativ überrascht, wie gut und schnell die SV241 pro steuerbar ist.

Die Werte werden in NINA stetig aktualisiert

9. Schutzschaltungen

Bei einer zentralen Stromversorgung für eine komplette Astroausrüstung sind Schutzmechanismen besonders wichtig.

Die SV241 Pro verfügt laut Hersteller unter anderem über:

  • Verpolungsschutz
  • Überspannungsschutz
  • Unterspannungsschutz
  • Überstromschutz
  • Kurzschlussschutz
  • ESD-Schutz
  • Rückstromschutz
  • Filterung
  • automatische Power Detection
  • Smart Restart

Interessant ist insbesondere der Spannungsbereich der Eingangskontrolle.

SVBONY gibt an, dass die Powerbox bei einer Eingangsspannung oberhalb von 15 V beziehungsweise unterhalb von 9,5 V automatisch abschaltet.

Das sollte man bei der Auswahl des verwendeten Netzteils beziehungsweise einer mobilen Stromversorgung berücksichtigen.

10. Praxis im Astrofotografie-Setup

Für den Praxistest ist die SV241 Pro besonders interessant, weil sie mehrere Funktionen zusammenführt, die normalerweise auf mehrere Geräte verteilt sind.

Ein typisches Setup könnte beispielsweise so aussehen:

Montierung

→ 12 V DC

gekühlte Hauptkamera

→ 12 V DC + USB 3.0

Guidingkamera

→ USB

EAF

→ 12 V + USB

Filterrad

→ 12 V + USB

Heizband

→ PWM

Steuer-PC

→ USB-Verbindung zur SV241 Pro

Damit entsteht am Teleskop eine zentrale Schnittstelle für praktisch alle wichtigen Verbraucher.

Das reduziert nicht nur den Kabelsalat.

Es vereinfacht auch die Fehlersuche.

Wenn beispielsweise ein Gerät nicht mehr funktioniert, kann zunächst kontrolliert werden, ob dessen Versorgung überhaupt eingeschaltet ist.

11. Stromverbrauch und Belastung

Bei einer Powerbox darf man allerdings einen Punkt nicht übersehen:

Die Angabe 12 V / 10 A bedeutet nicht automatisch, dass jedes angeschlossene Gerät gleichzeitig mit beliebig hoher Leistung betrieben werden kann.

Die maximale Leistung der gesamten Stromversorgung beträgt theoretisch:

12 V × 10 A = 120 W

In der Praxis sollte eine solche Stromversorgung jedoch nicht dauerhaft bis an ihre absolute Grenze belastet werden.

Besonders eine gekühlte CMOS-Kamera kann beim Einschalten und beim Herunterkühlen kurzfristig deutlich mehr Leistung benötigen als im normalen Betrieb.

Bei einer typischen Deep-Sky-Konfiguration sollte deshalb der tatsächliche Gesamtverbrauch des eigenen Setups betrachtet werden.

12. Was mir besonders gut gefällt

✓ Sehr kompakte Bauform

Die Powerbox benötigt nur wenig Platz und lässt sich direkt am Teleskop (bei mir am Sucherschuh) montieren.

✓ Viele Anschlüsse

Die Kombination aus sechs DC-Ausgängen, USB-Hub und zwei PWM-Ausgängen deckt einen großen Teil der typischen Astrogeräte ab.

✓ ASCOM/N.I.N.A.-Integration

Hier spielt die SV241 Pro ihre eigentliche Stärke aus.

Die Powerbox wird nicht nur zum einfachen Stromverteiler, sondern Bestandteil der automatisierten Aufnahmekette.

✓ Geregelter Ausgang

Der variable Ausgang eröffnet zusätzliche Möglichkeiten für Geräte, die eine definierte Spannung benötigen.

✓ Taupunktbasierte Heizungssteuerung

Die Kombination aus Temperatur-/Feuchtemessung und PWM-Heizungssteuerung ist für lange Aufnahmen besonders interessant.

✓ Geringes Gewicht

Mit rund 210 Gramm belastet die Powerbox eine mobile Montierung nur wenig.

13. Was mir weniger gefällt

✗ USB-Anschlüsse nicht einzeln schaltbar

Die USB-Anschlüsse werden in Gruppen geschaltet. Eine individuelle Kontrolle jedes einzelnen USB-Ports wäre noch komfortabler.

✗ Einrichtung nicht ganz Plug & Play

Für den zuverlässigen Betrieb müssen ASCOM-Treiber, HubControl und gegebenenfalls die Firmware berücksichtigt werden.

Gerade bei einem Windows-11-Astro-PC sollte man daher etwas Zeit für die Erstinstallation einplanen. Bei meinem MeLe Quieter 4C Mini-PC musste ich einige Treiber-Updates direkt vom Hersteller des MeLe Quieter nachinstallieren, bis der serielle Com-Port per USB zur Verfügung stand.

✗ Geregelter Ausgang erfordert Aufmerksamkeit

Die variable Ausgangsspannung ist praktisch, erhöht aber gleichzeitig das Risiko einer falschen Einstellung.

Hier sollte vor dem Anschluss eines Gerätes unbedingt dessen zulässige Eingangsspannung geprüft werden.

✗ Kein integrierter Steuer-PC

Die SV241 Pro ersetzt einen EAGLE, ASIAIR oder einen anderen Astro-Steuerrechner nicht.

Sie übernimmt Stromversorgung, USB-Verteilung und Zubehörsteuerung – der eigentliche Aufnahmecomputer wird weiterhin benötigt.

14. Für wen ist die SV241 Pro interessant?

Die SV241 Pro richtet sich meiner Meinung nach vor allem an Astrofotografen, die ihr Setup zunehmend automatisieren möchten.

Besonders interessant ist sie für:

  • N.I.N.A.-Nutzer
  • stationäre und semi-mobile Setups
  • Remote-Astrofotografie
  • gekühlte Kameras
  • mehrere 12-Volt-Verbraucher
  • elektronische Fokussierer
  • motorisierte Filterräder
  • Heizbänder
  • Setups mit vielen USB-Geräten

Für eine einfache Reisemontierung mit einer kleinen Kamera ist die Powerbox dagegen möglicherweise bereits überdimensioniert.

Je komplexer das Setup wird, desto stärker spielt sie ihre Vorteile aus.

Tipp:

Ich habe die gesamte Verkabelung erneuert und mir im Zubehörhandel passende 12-V-Stromkabel (5,5 × 2,1 mm) in den Längen 30, 50 und 100 cm besorgt. Damit lassen sich die einzelnen Komponenten ohne unnötige Kabelschlaufen miteinander verbinden. Das Ergebnis ist ein deutlich aufgeräumteres Setup am Teleskop, das gleichzeitig potenzielle Fehlerquellen reduziert – insbesondere bei automatisierten Aufnahmeserien, die nachts ohne persönliche Überwachung ablaufen.

Fazit

Die SVBONY SV241 Pro verfolgt einen sehr interessanten Ansatz.

Statt lediglich mehrere 12-Volt-Ausgänge bereitzustellen, kombiniert SVBONY Stromversorgung, USB-Hub, schaltbare Ausgänge, geregelte Spannung, Dew-Heater-Steuerung und Sensorik in einem einzigen kompakten Gerät.

Der entscheidende Mehrwert entsteht jedoch erst durch die ASCOM- und N.I.N.A.-Integration.

Damit wird aus einer einfachen Powerbox eine zentrale Management-Einheit für das Teleskop.

Gerade bei einem automatisierten Deep-Sky-Setup kann das einen deutlichen Unterschied machen. Statt mehrere Verbraucher separat mit Strom zu versorgen und verschiedene USB-Verbindungen zum Steuer-PC zu führen, lassen sich viele Komponenten an einer einzigen Stelle zusammenführen.

Die größten Stärken der SV241 Pro sehe ich deshalb weniger in der reinen Anzahl der Anschlüsse, sondern in der Kombination aus:

Stromversorgung + USB + Sensorik + Dew-Control + Softwaresteuerung.

Wer bereits mit N.I.N.A. arbeitet und sein Setup möglichst sauber und zentral organisieren möchte, bekommt mit der SV241 Pro eine bemerkenswert umfangreiche Powerbox.

Der entscheidende Punkt bleibt allerdings die Zuverlässigkeit im Langzeitbetrieb. Gerade bei einer Powerbox, die nachts mehrere Stunden unbeaufsichtigt Kamera, Montierung, Fokuser und Heizungen versorgen soll, sind Stabilität und ein problemloses Zusammenspiel mit Windows, ASCOM und N.I.N.A. wichtiger als eine möglichst lange Liste von Anschlüssen.

Genau hier entscheidet sich letztlich, ob die SV241 Pro nur eine interessante Powerbox oder tatsächlich eine zuverlässige zentrale Strom- und Steuerungseinheit für das Astro-Setup ist.

Vorteile

✓ sehr kompakte Bauform
✓ geringes Gewicht
✓ fünf schaltbare 12-V-Ausgänge
✓ zusätzlicher Dauer-Ausgang
✓ variabler Spannungsausgang
✓ USB 3.0 und USB 2.0
✓ zwei PWM-Heizkanäle
✓ Temperatur- und Feuchtemessung
✓ automatische Dew-Control
✓ ASCOM-Unterstützung
✓ N.I.N.A.-Integration
✓ umfangreiche Schutzschaltungen

Nachteile

✗ USB nur gruppenweise schaltbar
✗ Erstinstallation unter Windows erfordert (möglicherweise) etwas Aufwand
✗ Firmware-/Treiberstand sollte überprüft werden
✗ geregelter Ausgang erfordert sorgfältige Einstellung
✗ kein Ersatz für einen separaten Astro-Steuercomputer

Gesamtbewertung: 8,5 von 10 Punkten

Die SVBONY SV241 Pro ist keine einfache Powerbox. Ihre Stärke liegt in der Kombination aus zentraler Stromversorgung, USB-Hub, Dew-Control und N.I.N.A.-Integration. Gerade für automatisierte Deep-Sky-Setups ist dieses Konzept ausgesprochen interessant.

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